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Land aus Wein und Stein

Saale-Unstrut Vegetationsverlauf 2017

Der Beginn des Jahres zeigte sich weiß mit stürmischer Witterung. Der Januar war ein kalter Wintermonat. Durchschnittlich lag die Temperatur bei -0,7°C, 1°C unter dem Mittel der letzten 30 Jahre, wobei die niedrigsten Temperaturen -12°C nicht unterschritten. Im Februar hatten die Reben Zeit für echte Winterruhe. Eine leichte Schneedecke überdauerte den Monat. Insgesamt waren die ersten beiden Wintermonate Niederschlagsarm. Der Frühlingsmonat März zeigte sich mild und trocken. Ende März ließen schon Sommertage mit 24°C einen Vorausblick auf die Jahresmitte zu. Die hohen Temperaturen beschleunigten die Entwicklung der Reben und ein Entwicklungsvorsprung von 14 Tagen resultierte.

Anfang April bluteten die Weinberge, das Knospenschwellen war erreicht und in einigen Lagen das Wollestadium. Fraßschäden durch Erdraupen zeichneten sich in wenigen Lagen ab. Ostern brachte kühle Temperaturen und Regen, der Vegetationsvorsprung wurde dadurch enorm gebremst. Bodenfrost in den Nächten vom 18.-20.04. (z.T. -4°C) sowie am 24.04. (z.T. -3°C) und 27/28.4.) In einzelnen Lagen im Gebiet kam es so zu geringen, vernachlässigbaren Frostschäden (nicht zu vergleichen mit Frostschäden in anderen Anbaugebieten). Mitte Mai traten sommerliche Temperaturen bis 30°C auf. Diese führten zu einer rasanten Blatt- und Gescheinsentwicklung. Am 19.5. verursachten lokale Unwetter mit Starkniederschlägen (mit z.T. 60 mm) und Hagel, vor allem im Raum Karsdorf/Steigra und Höhnstedt Schäden in den Weinbergen (Erosion in offenen Weinbergen /Junganlagen, Hagelschäden). Am 30.5. folgte ein weiteres schweres Unwetter, in dessen Folge im Raum Steigra auf einer rund 25 ha großen Rebfläche Hagelschäden verursacht wurden (geschätzte 60-90%). In unterschiedlichen weiteren Lagen waren ebenfalls Erosions- und Hagelschäden zu verzeichnen. Die Verteilung der Niederschläge im Gebiet war sehr unterschiedlich (38 mm in Steigra, 7mm in Freyburg). Die Witterung hatte ein hohes Infektionsrisiko für Oidium zur Folge. Heiße Temperaturen herrschten Anfang Juni zu Pfingsten. Die aufgewühlte Witterung mit immer wieder kurzem Starkregen setzte sich fort, die Nächte waren kalt. Die Reben wiesen einen hohen Triebzuwachs auf. Der Weinblütebeginn ist in der 23. KW zu registrieren. Der Blüteverlauf war unkompliziert und schnell, ohne Verrieselungen. In guten Lagen war die Blüte in der 24. KW schon durch (laut 100-Tage-Regel weist dies auf einen zeitigen Erntebeginn hin). Der Siebenschläfer am 27.06. war wettermäßig durchwachsen. Perenosporainfektionen folgten durch die vergangenen Niederschläge. Regenwaldähnliche Temperaturen und Niederschläge sorgten im Juli für ein enormes Wachstum der Laubwände. Laubarbeiten in der „grünen Hölle“ waren überall dringend erforderlich. Ab Mitte Juli war bei den Burgundersorten Traubenschluss. Durch die feucht warme Witterung bestand weiterhin ein hohes Infektionsrisiko für Oidium und Peronospora. Hier waren die Winzer entsprechend gefordert und es musste deutlich öfter in die Anlagen zum Pflanzenschutz gefahren werden wie es üblicherweise der Fall ist. Die Weinberge an Saale-Unstrut präsentieren sich derzeit größtenteils in einem gesunden Vegetationszustand. Mit einer guten normalen Ernte, ca. 53.000 hl (ca. 70 hl/ha) wird gerechnet. Erntebeginn wird vorrausichtlich in der 36. KW sein.

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